Pflege für die Kleinsten
Wie oft sollten Säuglinge gebadet und Windeln gewechselt werden? Welcher Sonnenschutz ist für Babys sinnvoll und was sollte man bei einem Hautausschlag tun? Vor allem beim ersten Kind sind Eltern in solchen Fragen oft unsicher. Doch gerade die Hautpflege ist sehr wichtig für das Wohlbefinden des Säuglings. Im Überblick
Weich und rosig, so soll die Haut von Kleinkindern aussehen. Allerdings weist die Babyhaut einige Besonderheiten auf, die eine spezielle Pflege nötig machen. Sie neigt schnell zum Austrocknen, denn die Schweiß- und Talgdrüsen sind bei Säuglingen in den ersten Wochen noch nicht vollständig ausgebildet.
Kurz nach der Geburt ist die Kinderhaut noch von der sogenannten Käseschmiere geschützt. Diese fetthaltige Substanz umgibt die Haut bereits im Mutterleib und verhindert das Austrocknen. Gleichzeitig bildet die Käseschmiere auch einen Schutzfilm gegen
Bakterien und Pilze. Deshalb werden heute viele Neugeborene nicht mehr direkt nach der Geburt gebadet, um die schützende Schicht so lange wie möglich zu erhalten.
Spätestens nach einigen Tagen ist die Käseschmiere aber komplett verschwunden. Kleine Reste können mit etwas Babyöl und einem weichen Tuch einfach abgewischt werden. Diese Reinigungsmethode empfiehlt sich auch in der darauffolgenden Zeit. Denn bis die Haut in der Lage ist, einen stabilen Säureschutzmantel zu erzeugen, vergehen mehrere Wochen. Nach der Geburt und in den folgenden Wochen sollte die Kinderhaut daher nicht mit Seife gewaschen werden.
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Baden verboten
Auch Baden ist in den ersten Wochen für Babys tabu, damit keine
Infektion im verheilenden Nabel entstehen kann. Ein leicht angefeuchtetes Tuch und gegebenenfalls etwas Babyöl sind für die Reinigung völlig ausreichend. Doch auch wenn der Nabel verheilt ist, sollten Säuglinge nicht zu häufig gebadet werden. Sonst droht das Austrocknen der Haut. Bei gesunder Haut sollten Babys nicht öfter als dreimal pro Woche gebadet werden. Ist die Haut bereits zu trocken, entsprechend seltener. Eine Haarwäsche pro Woche ist ebenfalls völlig ausreichend. Wichtig ist die richtige Temperatur: Ein Badethermometer gibt Sicherheit, dass das Wasser die geeigneten 37°C hat.
Nach dem Bad bieten Cremes oder spezielle Öle Schutz und Pflege. Hier sollte darauf geachtet werden, dass keinerlei Duftstoffe, Farbstoffe oder künstliche Konservierungsmittel enthalten sind. Die Haut von Babys reagiert wesentlich sensibler darauf als die Haut von Erwachsenen. Pflegemittel für Erwachsene sind deshalb für Säuglinge nicht geeignet. Auch Pflegemittel, die ätherische Öle enthalten, sollten nicht eingesetzt werden, selbst wenn die ätherischen Öle aus der Natur stammen. Schlimmstenfalls können sie bei Kleinkindern
Allergien auslösen. So besitzt beispielweise
Arnika, das vielen Cremes oder Ölen zugesetzt ist, ein hohes Allergiepotential. Pflanzliche Öle ohne Zusatzstoffe sind grundsätzlich Ölen auf Paraffinbasis vorzuziehen. Sie unterstützen mit ihren Fettsäuren die hauteigene Barrierefunktion und bilden keine Schicht auf der Haut wie Paraffinöle. Zudem sollten Eltern lieber häufiger cremen als die Creme zu dick aufzutragen.
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Windeln und Popopflege
Im Windelbereich ist die richtige Hautpflege besonders wichtig. Sonst besteht schnell die Gefahr eines wunden Pos. Um ihrem Baby diese schmerzhafte Erfahrung zu ersparen, sollten Eltern die Windeln häufig wechseln. Sechs bis siebenmal täglich oder sogar noch öfter ist durchaus normal. Auch wenn die alte Windel nicht verschmutzt ist, sollte sie auf keinen Fall wieder angezogen werden. Denn meist hat sie dennoch Feuchtigkeit aufgenommen und könnte die Haut in der empfindlichen Region reizen.
Gut ist es auch, hin und wieder frische Luft an den Po kommen und das Kind ohne Windel strampeln zu lassen. Beim Windelwechsel sollte der Po immer von vorne nach hinten abgewischt werden, auch dann, wenn keine Verschmutzung erkennbar ist. Bei Mädchen wird so einer
Harnwegsinfektion vorgebeugt. Beim Jungen sollte die Vorhaut des Penis nicht gegen den natürlichen Widerstand zurückgestreift werden. Die in den ersten Lebensjahren vorhandenen Verklebungen lösen sich meistens von allein. Am besten für die Reinigung geeignet sind weiche, mit Wasser angefeuchtete Baumwolltücher, wie beispielsweise ein Waschlappen. Unterwegs können auch Öltücher verwendet werden. Die neue Windel sollte erst angezogen werden, wenn der Po wirklich trocken ist. Allerdings sollten Eltern den empfindlichen Babypo nicht mit einem Handtuch trockenrubbeln, abtupfen reicht. Die Haut von Säuglingen ist viel dünner als die Haut von Erwachsenen und reagiert deshalb wesentlich empfindlicher auf Reibung. Neigen Kleinkinder zu einem wunden Po, können Wundsalben Abhilfe schaffen.
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Nase und Ohren reinigen?
Nase und Ohren sollten bei Säuglingen innen nicht gereinigt werden. Die Verletzungsgefahr ist dabei zu hoch. Hat das Baby
Schnupfen, kann die Nase mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Verkrustungen lösen sich, indem man die Nasenöffnung mit einem weichen Papiertuch vorsichtig säubert. Reinigen Sie die Ohren nie mit einem Wattestäbchen – Sie könnten das Trommelfell verletzen. Die Ohrmuschel mit einem weichen Tuch auszuwischen reicht bei Säuglingen völlig aus.
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Nagelpflege
Die Fingernägel müssen in den ersten sechs Lebenswochen in der Regel noch nicht geschnitten werden. Es sei denn, das Baby kratzt sich selbst. Dann können Eltern die Nägel mit einer abgerundeten Babyschere kürzen. Achten Sie darauf, die Fingernägel seitlich nicht zu tief und entlang der natürlichen Rundung zu schneiden. Fußnägel immer gerade abschneiden. Zudem sollten die Nägel stets sauber gehalten werden. So werden Entzündungen vermieden.
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Vorsicht vor der Sonne
Kinder, die jünger als ein Jahr sind, sollten der Sonne nicht direkt ausgesetzt werden. Die Haut ist dafür noch zu empfindlich. Gleichzeitig ist Sonnenstrahlung aber wichtig für den Stoffwechsel. Der Körper kann beispielsweise
Vitamin D nur dann bilden, wenn Sonnenstrahlen auf die Haut treffen. Kinderärzte empfehlen, im ersten Jahr Vitamin D in Tablettenform zu ergänzen. So wird die Kinderhaut nicht gefährdet. Apotheker halten dafür geeignete Präparate bereit. Im ersten Jahr sollte auch noch keine
Sonnenschutzcreme verwendet werden, um die Haut nicht unnötig zu belasten. Keinesfalls darf Babyöl als Sonnenschutz aufgetragen werden. Es steigert die Lichtempfindlichkeit der Haut noch.
Am besten ist es, stets schattige Plätze aufzusuchen und möglichst viel Haut mit Kleidung zu bedecken. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil bei Kleinkindern das Unterhautfettgewebe noch nicht vollständig entwickelt ist. Daher sind sie kälteempfindlicher. Zudem ist bei Säuglingen das Verhältnis von Hautoberfläche zu Körpergewicht mehr als doppelt so groß wie bei Erwachsenen. Sie kühlen somit wesentlich schneller aus und sind empfindlicher gegen Umwelteinflüsse. Darüber hinaus produziert Babyhaut noch nicht ausreichend
Melanin – dieses körpereigene Pigment schützt die Haut vor
UV-Strahlen.
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Hautausschläge
Einige Babys entwickeln kurz nach der Geburt Hautausschläge. Hier ist zu unterscheiden zwischen dem sogenannten Milchschorf und dem etwas weniger bekannten Kopfgneis. Umgangssprachlich werden beide Krankheitsbilder meist als Milchschorf bezeichnet.
Doch auch wenn die Ausschläge äußerlich ähnlich wirken, stecken unterschiedliche Auslöser dahinter: Milchschorf ist eine Frühform der
Neurodermitis, gehört also in die Gruppe der
atopischen Ekzeme. Er erscheint meist erst nach dem dritten Lebensmonat und kann über mehrere Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben. Die betroffenen Babys leiden dabei an einem intensiven Juckreiz, ihr Wohlbefinden ist stark beeinträchtigt.
Ganz anders ist das beim harmlosen Kopfgneis. Er gehört in die Gruppe der
seborrhoischen Ekzeme und ist in erster Linie mit einer übermäßigen Talgproduktion verbunden. Für die Babys ist der Ausschlag jedoch nicht weiter störend. Die weichen, fetthaltigen Schuppen lassen sich mit Pflegeöl gut entfernen. Beim Milchschorf dagegen sind die Schuppen hart und die Haut kann gerötet sein und nässen. Der Arzt behandelt hier in erster Linie den Juckreiz. Tritt beim Säugling Hautausschlag auf, sollten die Eltern daher sicherheitshalber zum Kinderarzt gehen, um untersuchen zu lassen, um welche Form von Ausschlag es sich handelt.
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